Als Fürst Ernst zu Schaumburg-Lippe Bückeburg zu seiner Residenz
erhob, ließ er im Stile der Spätrenaissance die Stadtkirche erbauen.
Ein vom Fürsten in Auftrag gegebenes Modell der Kirche von dem in Dresden
lebenden italienischen Baumeister Nosseni ist nicht zur Ausführung
gekommen.
Dennoch finden sich italienische Stilelemente in der Fassade wieder.
Die evangelische Stadtkirche in Bückeburg, die in den Jahren 1611 bis 1615
unter der Herrschaft des Fürsten Ernst erbaut wurde, gehört zu den
schönsten und bedeutendsten Kirchen des frühen Barock. Das besondere
Merkmal dieser Kirche ist die prächtige Fassade mit der Inschrift
"EXEMPLUM RELIGIONS NON STRUCTURAE", d.h. "Ein Beispiel der
Religion, nicht der Architektur".
Die Anfangsbuchstaben ergeben den Namen des Bauherrn Ernst. Das Innere der
Kirche wurde mehrfach neu gestaltet und restauriert, zuletzt nach einem Brand
im Jahre 1962. Das kostbare Bronzetaufbecken wurde 1613 von Adrian de Vries
geschaffen. Hier wirkte u.a. Johann Gottfried Herder in den Jahren 1771 bis
1776 als Konsistorialrat.
Im Inneren der Kirche wurde vor allem die Kanzel durch die Bildhauerfamilie
Wulff aus Hildesheim gestaltet. Das herausragende Kunstwerk in der Kirche ist
die Bronzetaufe. Sie wurde vom Holländer Adrian de Vries geschaffen, der
Hofbildhauer in Prag am Hofe Kaiser Rudolf II war.
Die vom Wolfenbütteler Orgelbaumeister Compenius erbaute Orgel, ein
Meisterwerk ihrer Zeit, ist längst nicht mehr das originale Werk. Ein von
vielen Seiten hochgelobter Neubau des Göttinger Orgelbaumeisters Janke aus
dem Jahr 1997 knüpft an die alte Bedeutung des Instrumentes an.
Bedeutendster Prediger an der Stadtkirche war Johann Gottfried Herder von
1771-1776. Zusammen mit dem damaligen Hofkapellmeister Johann Christoph
Friedrich Bach, einem Sohn Johann Sebastian Bachs, hat er einige Oratorien
geschrieben.
Außer der Stadtkirche gibt es in Bückeburg eine weitere lutherische
Kirche, die Jetenburger Kirche.